Verbändebündnis setzt sich für Einführung einer Wochenarbeitszeit ein
- 3. Juni
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Ein breites Bündnis aus Tourismus-, Messe-, Veranstaltungs- und Hospitality-Verbänden spricht sich für eine Modernisierung des deutschen Arbeitszeitrechts aus. Gemeinsam unterstützen die Organisationen die Initiative „Wochenarbeitszeit jetzt“, die eine Umstellung von der bislang geltenden täglichen Höchstarbeitszeit auf eine wöchentliche Obergrenze nach dem Vorbild der Europäischen Arbeitszeitrichtlinie fordert.

Hintergrund sind die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen vieler Unternehmen. Angesichts steigender Kosten, hoher bürokratischer Anforderungen und eines anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfelds sehen die beteiligten Verbände in flexibleren Arbeitszeitregelungen eine Möglichkeit, Betrieben und Beschäftigten mehr Handlungsspielraum zu verschaffen.
Die Forderung nach einer Wochenarbeitszeit ist bereits im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD verankert. Nach Angaben der Initiative wird erwartet, dass das Bundesarbeitsministerium noch vor der parlamentarischen Sommerpause einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegt. Im Mittelpunkt der Kampagne steht dabei ausdrücklich nicht eine Ausweitung der Arbeitszeit, sondern eine flexiblere Verteilung innerhalb der gesetzlich zulässigen Grenzen. Aus Sicht der Verbände könnten Unternehmen dadurch besser auf Auftragsspitzen, unvorhergesehene Ereignisse oder saisonale Schwankungen reagieren. Gleichzeitig soll Beschäftigten mehr Freiraum bei der Vereinbarkeit von Beruf, Familie, Pflegeaufgaben oder ehrenamtlichem Engagement ermöglicht werden. Von einer Reform würden insbesondere Branchen profitieren, deren Arbeitsalltag stark von projektbezogenen Spitzen und wechselnden Einsatzzeiten geprägt ist. Dazu zählen unter anderem die Hotellerie und Gastronomie, die Reise- und Tourismuswirtschaft sowie die Veranstaltungs-, Messe- und Kulturbranche.
Die Unterstützer der Initiative
Hierzu gehören derzeit unter anderem der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA), der Deutsche Reiseverband (DRV), der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren (EVVC), der AUMA – Verband der deutschen Messewirtschaft, der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV), der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) sowie weitere Branchenverbände aus Tourismus, Freizeitwirtschaft und Live-Kommunikation. In ihren Stellungnahmen betonen die Bündnispartner übereinstimmend, dass moderne Arbeitszeitmodelle sowohl den betrieblichen Anforderungen als auch den Erwartungen vieler Beschäftigter besser gerecht werden könnten. Ziel sei eine größere Flexibilität bei unverändertem Arbeitsschutz sowie unter Einhaltung der europäischen Vorgaben zu Ruhezeiten und maximalen Wochenarbeitszeiten.
Ausgewählte Stimmen der Bündnispartner zur Wochenarbeitszeit:
Anke Budde, Präsidentin – asr Allianz Selbständiger Reiseunternehmen – Bundesverband e.V.
„Arbeitszeitflexibilisierung kann Beschäftigten mehr Freiraum geben, Beruf, Familie und persönliche Lebenssituationen besser miteinander zu vereinbaren. Im Tourismus brauchen wir Rahmenbedingungen, die den Bedürfnissen von Mitarbeitenden und Unternehmen gleichermaßen gerecht werden.“
Jörn Holtmeier, Geschäftsführer – AUMA – Verband der deutschen Messewirtschaft
„Bei Messen wird hochintensiv gearbeitet, weil in kurzer Zeit alles zusammenkommen muss. Dafür brauchen Betriebe und Beschäftigte mehr Spielraum bei der Einsatzplanung. Eine moderne Arbeitszeit ist praxisnah und für beide Seiten fair.“
Johannes Everke, Geschäftsführer – BDKV Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e.V.
„Live-Erlebnisse entstehen nicht nach der Stechuhr. Wenn das Wetter plötzlich kippt, Tourpläne platzen oder Shows laufen, brauchen Teams Flexibilität, damit professionelle Veranstaltungen gelingen.“
Anke Herrmann, Präsidentin – Bundesverband der Deutschen Incoming-Unternehmen e.V.
„Arbeitsflexibilität stärkt den Tourismus: Sie ermöglicht schnelle Lösungen und sichert internationalen Gästen einen reibungslosen Aufenthalt in Deutschland.“
Sven Liebert, Generalsekretär – Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft e.V. | BTW
„Tourismuswirtschaft bedeutet Mittelstand. Verlässlichkeit und Flexibilität sind entscheidend für einen zukunftsfähigen Tourismusstandort Deutschland. Die Wochenarbeitszeit ermöglicht unseren 250.000 Betrieben, diesem Anspruch jederzeit gerecht werden zu können.“
Holger Bösch, Präsident – Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe e.V. (BDT)
„Flexibilität fürs Nachtleben! Clubs/Diskotheken brauchen Arbeitszeitmodelle, die zur Branche passen: MEHR FREIHEIT PRO WOCHE.“
Ariane Finzel, Geschäftsführerin – Deutscher Caravaning Handels-Verband e.V.
„Im Caravaning-Handel mit saisonalen Spitzen, kurzfristigen Werkstattaufträgen und hohem Serviceanspruch unserer Kunden brauchen wir eine moderne Arbeitszeitregelung, die sich an einer Wochenarbeitszeit orientiert und Flexibilität ermöglicht.“
Jana Schimke, Hauptgeschäftsführerin – DEHOGA Bundesverband
„Das Gastgewerbe lebt von Flexibilität. Ob Frühstücksservice, Hochzeitsfeier oder saisonale Spitzen: Starre tägliche Höchstgrenzen passen weder zur betrieblichen Realität noch zu den Bedürfnissen vieler Beschäftigter.“
Albin Loidl, Präsident – Deutscher Reiseverband (DRV)
„Arbeitszeitflexibilität bedeutet für Beschäftigte der Reisewirtschaft nicht mehr Belastung, sondern mehr Gestaltungsspielraum und Anpassung an die Arbeitsrealität: Beratung und Service müssen dann möglich sein, wenn Kundinnen und Kunden buchen möchten.“
René Tumler, Geschäftsführer – EVVC Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V.
„Die aktuelle gesetzliche Begrenzung wird der Arbeitsrealität in der Veranstaltungswirtschaft einfach nicht gerecht. Mit einer Flexibilisierung können wir noch bessere Events schaffen und den Mitarbeitenden mehr Selbstbestimmung geben.“
Steffen Kache, Vorstand – LiveMusikKommission e.V. (LiveKomm)
„Ziel ist nicht mehr Arbeit, sondern mehr Selbstbestimmung: Flexible Arbeitszeiten in Clubs und auf Festivals bei voller Wahrung von Ruhezeiten, Arbeitsschutz und europäischer Wochenhöchstarbeitszeit.“
Christoph Carnier, Präsident – Verband Deutsches Reisemanagement e.V. | VDR
„Arbeitszeitflexibilität ist zentral für eine funktionierende Geschäftsreisewelt. Geschäftsreisende brauchen verlässliche Hospitality-Strukturen für Messen, Meetings und Kongresse.“






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