Neue IST-Studie zeigt, worauf Festivalgäste Wert legen
- Redaktion
- 22. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Was erwarten Menschen unterschiedlicher Altersgruppen von einem Musikfestival? Welche Faktoren beeinflussen ihre Entscheidung zur Teilnahme – und welche spielen überraschenderweise kaum eine Rolle? Eine aktuelle Studie der IST-Hochschule für Management liefert Antworten und räumt zugleich mit einigen gängigen Annahmen auf.

Geleitet wurde die Untersuchung von Prof. Dr. Matthias Johannes Bauer, Leiter des Masterstudiengangs Kommunikationsmanagement an der IST-Hochschule für Management in Düsseldorf. Als Kommunikations- und Festivalprofessor forscht und lehrt Bauer mit seinem Team im Bereich von Musik-Open-Airs und Großveranstaltungen. Entstanden ist die Studie gemeinsam mit seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Tom Naber und IST-Absolventin Lea Sophie Michel. Die ehemalige Masterstudentin hatte die Daten ursprünglich für ihre Abschlussarbeit erhoben. Daraus wurde nun ein eigenständiges Forschungsvorhaben, das im vergangenen Jahr auch auf mehreren Fachtagungen für großes Interesse sorgte. Die Studie ist nun in einem wissenschaftlichen Journal erschienen.
Online-Befragung mit über 3.500 Teilnehmenden
Grundlage der Untersuchung war eine umfangreiche Online-Befragung aus dem Jahr 2023 mit über 3.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Deutschland. Im Zentrum stand die Frage, welche Aspekte bei einem Festivalbesuch aus Sicht der Gäste besonders wichtig sind – von Musik und Atmosphäre über Hygiene, Sicherheit und Nachhaltigkeit bis hin zum Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Daten wurden im Rahmen einer Sekundäranalyse ausgewertet und generationenübergreifend betrachtet, um Unterschiede zwischen den Alterskohorten Baby Boomer, Generation X, Y und Z sichtbar zu machen.
Unterschiede geringer als erwartet
„Wir wollten wissen: Gibt es überhaupt grundlegende Unterschiede zwischen den Generationen? Oder überschätzen wir das in der öffentlichen Diskussion?“, so Festivalprofessor Bauer. Tatsächlich zeigten sich in einigen Bereichen zwar Unterschiede, aber oft gar nicht so gravierende – in anderen dagegen überraschende Übereinstimmungen.
Jüngere achten stärker auf Acts und Preise
Die konkreten Musikacts eines Festivals beispielsweise stehen bei den jüngeren Generationen (über 91 Prozent Zustimmung) oben auf der Prioritätenliste, während nur knapp 78 Prozent der Babyboomer diesen Aspekt als wichtig einstufen. Auch bei der Bedeutung des Preis-Leistungs-Verhältnisses zeigt sich ein Generationseffekt: Besonders die Generation Z bewertet Festivals zunehmend unter ökonomischen Gesichtspunkten – fast 44 Prozent von ihnen geben an, dass ihnen das Preis-Leistungs-Verhältnis wichtig ist.
Ältere legen mehr Wert auf Hygiene und Komfort
Anders verhält es sich mit Themen wie Hygiene und Sauberkeit: Diese Aspekte werden vor allem von älteren Besuchendengruppen stark gewichtet. Babyboomer äußerten hier eine deutlich höhere Erwartung an Ordnung und Infrastruktur, während Jüngere eine höhere Toleranz gegenüber improvisierten oder weniger komfortablen Bedingungen zeigten.
Nachhaltigkeit spielt eine untergeordnete Rolle
Ein besonders aufschlussreiches Ergebnis betrifft die Nachhaltigkeit. Trotz aller öffentlichen Debatten um die ökologische Verantwortung der jungen Generation zeigen die Daten ein überraschendes Bild. „Nachhaltigkeit ist für keine Altersgruppe von zentraler Bedeutung im Hinblick auf den Festivalbesuch“, so Bauer, „interessanterweise für die jüngeren Generationen noch weniger als für die Gen X und die Babyboomer.“
Orientierung für Veranstaltende und Kulturbetriebe
Der Mehrwert für die Praxis ist für Festivalprofessor Matthias Johannes Bauer von besonderer Bedeutung: „Die Erkenntnisse der Studie bieten Festivalveranstaltenden, Booking-Agenturen und Kulturinstitutionen wertvolle Orientierung, um Angebote künftig passgenauer auf die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen auszurichten – sowohl mit Blick auf jüngere, erlebnisorientierte Besuchenden als auch für ältere Zielgruppen, die stärker auf Komfort und Infrastruktur achten.“
Mehr Informationen zu den Bildungsangeboten im Eventbereich an der IST-Hochschule und am IST-Studieninstitut gibt es unter www.ist.de/eventmanagement-studium.
Die IST-Hochschule für Management Die „IST-Hochschule für Management“ bietet branchenspezifische Fernstudiengänge in den Bereichen „Kommunikation & Wirtschaft“, „Tourismus & Hospitality“, „Sport & Management“ sowie „Fitness & Gesundheit“ an. Darunter zum einen Bachelorstudiengänge, die sich sowohl für Schulabgänger:innen eignen, die einen beruflichen Einstieg in die jeweilige Branche anstreben, als auch für Personen, die bereits über Berufserfahrung verfügen und den nächsten Karriereschritt vorbereiten möchten. Und zum anderen Masterstudiengänge für den nächsten Schritt auf der Bildungs- bzw. Karriereleiter. Nahezu alle Studiengänge werden neben einer Vollzeit-Variante und einer Teilzeit-Variante auch als duales Studium angeboten – also als Kombination von einer praktischen Berufsausbildung im Betrieb und der wissenschaftlichen Lehre einer Hochschule. Alle Angebote zeichnen sich aus durch eine hohe Flexibilität, eine moderne Wissensvermittlung mit Online-Vorlesungen und Online-Tutorien, eine ausgesprochene Praxisnähe sowie die Möglichkeit, persönliche Wahl-Themenschwerpunkte zu setzen. Die Studierenden erreichen so anerkannte akademische Abschlüsse, die sie für Führungspositionen im mittleren und gehobenen Management qualifizieren. |





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